Schon im 16. Jahrhundert wurde fleißig an Ostern Feuer entfacht

Mrz 08, 11 Schon im 16. Jahrhundert wurde fleißig an Ostern Feuer entfacht

Das Osterfeuer gilt als eine der bekanntesten und ältesten Traditionen in Hinsicht auf das Osterfest. Der Brauch geht bis in das 16. Jahrhundert zurück und gilt als eines der Phänomene der jüngeren Bronze- und Eisenzeit. Dabei ist das Osterfeuer ursprünglich ein Brauch verschiedener Völker, wie den Kelten und Germanen, welcher allerdings seit einigen Jahrhunderten während Ostern von vielen Christen zu Ehren Jesus Christus gefeiert wird. Auch in der Liturgie der katholischen Kirche spielt das Osterfeuer eine zentrale Rolle. In der Osternacht wird ein kleines Feuer angezündet und die gesamte Gemeinde versammelt sich rund um die Kerze, die vom hiesigen Priester entfacht wird. Anschließend gilt es, sie als symbolische Lichtquelle in die ansonsten dunkle Kirche zu tragen. Als Sinnbild steht dabei das Kreuz mit Jesus Christus, welcher das Licht der Welt darstellt. Auch das Volk Israel, folgt durch das Osterfeuer eins ihrem Herrn durch die Wüste auf dem Weg zur Wiederauferstehung.

Vor allem im Norden und Westen locken viele Osterfeuer Besucher in Scharren an

In Deutschland gilt auch heutzutage vielerorts das Feuer zu Ostern als unverzichtbarer Brauch. Davon zeugen u. a. die Stadt Lippe in Westfalen oder die Hansestadt Hamburg. Während im Norden Deutschlands ebenfalls der Samstag als Zeitpunkt der Feuerentfachung gilt, stellt diesen in Lippe der Ostersonntag direkt dar. Bei beiden und sonstigen Veranstaltungen dieser Art in der Bundesrepublik kommen stets zahlreiche Besucher und Gläubige, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Insbesondere nach Hamburg direkt an die Elbe oder auch in die Nordsee- und Ostseeregionen, wo das Osterfeuer unmittelbar am Strand veranstaltet wird, zieht es viele Menschen hin. In Österreich wiederum steht überall der Samstag als der Tag des Osterfeuers an erster Stelle. Dabei wird überwiegend nur im alpinen Raum diese Tradition fortgeführt, weniger im flachen Land und rund um Wien. Teilweise entfachen Regionen bereits Gründonnerstag oder Karfreitag das Feuer, was allerdings häufig als nicht sehr willkommener und stark umstrittener Brauch angesehen wird.

Viele Risiken entstehen durch diesen Brauch für die Umwelt und den Mensch

Allgemein ist das Feuer an Ostern sehr rumstritten, da auch die Umwelt darunter stark leidet. Das gilt insbesondere für die Rauchentwicklung, die für Pflanzen alles andere als empfehlenswert ist, sowie die Hitze im Himmel, die primär Vögeln zu schaden vermag. Daher ist es empfehlenswert, schon vor dem Beginn der Feuerentfachung Vorkehrungen zu ziehen. Kleinen Tieren wie Igeln und Ähnlichem sollte man die Gelegenheit geben, umzuziehen oder neue Heimatumgebungen kennenzulernen. Dies gelingt u. a. mit der Bereitstellung von Reisighäufen, etc. Im Rahmen der Bereitstellung und Berücksichtigung der Tiere sollte man allerdings nicht erst kurz im Voraus anfangen zu planen. Vielmehr brauchen die Tiere eine gewisse Eingewöhnungsphase, ehe sie sich wohlfühlen können. Auch Menschen verletzen sich häufiger am Feuer in Form von Verbrennungen oder Funkenattacken. Dennoch steht es außer Frage, dass dieser Brauch an Ostern jemals verboten wird, da er in Verbindung mit dem wichtigsten Fest der Christen eine gesellschaftlich sehr bedeutsame Stellung einnimmt. Und in den Gemeinden sowie Kirchen selbst sind sämtliche Lebewesen von den beschriebenen Risiken nicht betroffen.

Foto: Kara – Fotolia.com

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